Michigan – Chicago – Missouri – Badlands

WESTWAERTS   2. Woche (7.-13.05.)

Also gings an diesem Sonntagabend raus aus der Stadt und wir fuhren ein Stück südwärts durch teils verlassenes und heruntergekommenes Industriegebiet. Hatte aber irgendwie was. Entlang des Detroit Rivers fanden wir als bald eine Bleibe für die Nacht auf einem Anglerparkplatz, nachdem wir von einem Officer galant dahin geleitet wurden (wir standen davor natürlich auf Private Property). Nach morgendlicher Runde Joggen ging es an der Seite des Huron Rivers wieder nordwestlich. Die Straßen waren wieder mehr schlecht als recht, aber wir gelangten zu einem schönen Mittagsplatz in einem größeren Erholungs- und Parkgebiet. Aus den Lehren der vergangenen Strecke gelernt zog es uns hernach auf die Interstate 90 (was nicht zwingend besserer Straßenbelag heißt, wie wir schon oft feststellen mussten). So wurden bis zur Küste des Lake Michigan ordentlich Meilen geschrubbt und ein entspannter Schlafplatz zwischen vorgelagerten Seen gefunden. Nach frühmorgendlichem Bad für Papa wurden leckerste Banana Pancakes auf der Strandmatte am Wasserzugang zwischen Private Property verspeist. Die warme Sonne nutzend hielten wir unweit an einem wunderschönen menschenleeren Strand, badeten und sprangen dann zurück ins Womo um uns ins Metropolgebiet Chicagos zu stürzen.

Als schlechteste Parkplatz-Stadt der USA angepriesen graute es uns vor der Suche nach einem nächtlichen Stellplatz, doch in empfohlenem Gebiet – dem South Loop unweit Downtowns – half uns das Glück und erste angesprochene Person schenkte uns eine 24-Std Parkerlaubnis. Puh. Selbige reingeklebt ging es spätnachmittags durch Parks Richtung Downtown. Einige Attraktionen wie „Buckingham Fountain“ und der „Millennium Park“ wurden beäugt und auf dem Rückweg durch die Straßen in einem veganen Schnell- Restaurant diniert. Quietschende Güterzüge und Gewitterschauer störten den sonst ruhigen Schlaf der nächsten Nacht und verzögerten beinahe einen frühen Start Richtung Fotoausstellung für Paul, Clara und mich. Da war El Papo schon lange auf den Beinen um für sich die Stadt zu erkunden. Nach der spannenden Ausstellung (klein aber fein, hieß Afrofuturism; mehr Infos auf: mocp.org) gings weiter in die städtische Bibliothek. Dort wurde das neunstöckige Gebäude bestiegen, das Internet besucht, Papa zufällig getroffen, der Blog aktualisiert und Infos zur folgenden Strecke eingeholt. Hastig gings zurück zum Womo um sich von da aus 50 Meilen geradeaus aus dem Stadtgebiet zu quälen. Zwischenzeitlich ereilten uns dabei heftigste Regenschauer, die mich kurz zum Anhalten und Warten zwangen. Man sah nämlich genau-ungefähr nix mehr.

Die Route 20 leitete uns dann heraus aufs Land und wir fanden einen Stellplatz für die Nacht in Belvidere. Wieder Frühstück: Müsli, dies, das. Ihr kennt das. (Ich glaube ich habe selten so regelmäßig gesundes Müsli zum Morgen zu mir genommen, fällt mir da so auf) Weiter die 20 gerauscht. Mittagshalt im historischen Ort Galena, da mal blühender Umschlagort, zwischendurch Geisterstadt und auch dadurch viel erhaltene Architektur aus der Zeit. Kurz den Mississippi samt Womo Bobby aka „der Majestätische“ durchschwommen. In Waterloo lockte uns dann ein freier Parkplatz an einen kleinen Tümpel zum Übernachten. Die Freude übers Losfahren am frühen Morgen wurde nur kurz getrübt. Wo wir abends passieren konnten stand nun ein Tor. Des Rätsels Lösung des versperrten Ausgangs wurde durch korrektes befahren einer Betonplatte alsbald gefunden. Drei Mal dürft ihr raten welcher Route wir wieder folgten. Na? Ja genau, der 20 natürlich. In Sioux City hatten dann Bobby und auch wir Hunger. Doch, oh Schreck, kurz nach der Stadt verließen wir die 20 und folgten nun der 12. Diese führte uns, wie man so schön sagt, in Schlagdistanz entlang des Missouris und am Ufer des Selbigen kamen wir dann in Niobara auch zum Stehen. Irgendwie recht schwer zu realisieren an diesen Orten aus all den Geschichten wirklich zu sein.

Entlang von Highways die sich so durchs hüglig nebelig verträumte Nebraska und bald South Dakota zuppelten ging es Samstag weiter. Die Badlands waren das Ziel. Davor ein Visitor Center angefahren, da gings aber um so geheime Atomwaffen (die in dem Gebiet verbuddelt waren), Kalten Krieg und wie damit der Frieden gesichert werden konnte. Kurze Botschaft von uns dagelassen („Communism will win“, zu Deutsch: Kommunismus wird gewinnen). Die schlechten Lande (=Badlands) beeindruckten dann durch surreale mars-ähnliche Landschaft, die auch durch dichten Nebel zu wirken wusste. Am nördlichen Ausgang fuhren wir zum Abend einen beliebten Spot am Abhang ins Tal an (leider konnte die Aussicht durch besagte Sichtverschleierung nicht wirklich genossen werden). Der Geburtstagsmorgen wollte sich da auch nicht wirklich anders zeigen. Gezaubert wurde dennoch ein Lied und bestechend besseres Müslifrühstück. Aus dem Schlamm gedriftet gings zum Mount Rushmore, wo zunächst auch nicht viel zu sehen war außer typisch-amerikanischer Aufmachung zum größenwahnsinnigen Monument. Nach dem Mittag sollte man die Köppe dann doch noch erspähen können. Da unzureichende Planung größere Versprechen nicht mehr zu lies ging es nur noch ein kleines Stückchen weiter um einen ruhigen Stellplatz auf einem noch nicht geöffneten Campingplatz in den Bergen zu finden. Nach Spaziergang, Feuer machen, Essen und lecker Wein aus dem Jahr 1985 wars das dann auch schon. Apropos dieser hieß St. Kathryn und erinnerte uns daran, dass an diesem Tag nicht nur an Paul, sondern auch an diverse Mütter gedacht wurde. Grüße gehn an dieser Stelle nochmal raus! (Auch wenn der Tag insgesamt wohl schöner verlaufen hätte können, bla bla, Paul war am End doch glücklich, Anm. d. Red.)

[M]


english abstract

second week to the west (7.-13.05.)

We drove out of Detroit at Sunday afternoon and found a place not far away south at the mouth of Huron River. After some jogging in the morning we drove up along the Huron River again and again pretty bad streets. Anyway we decided to take the Interstate 90 to get to Lake Michigan, where we found a place at a small Lake near the coast of the big one. The next morning, we had a yummy banana pancake breakfast at a beach access between “private property” sings. Afterwards we drove the south coast and found a beautiful lonely beach. We shortly jumped in the cold water, so we could get fresh into Chicago.

I read that this city got something like a worst-place-to-find-a-parking lot-award in the US, but luckily we found someone who gave us an 24-hours parking permit a street in the South Loop area near Downtown. In the late afternoon we walked besides the water through neat parks and got a look at “Buckingham Fountain” and the “Millennium Park”. On the way through the streets back to our RV we had dinner at a vegan bistro. The night was interrupted by a couple thundershowers and really noisy cargo trains. After another rain shower in the morning, Paul, Clara and I went to visit a small photography exhibition in the Museum of Contemporary Photography. During this time our dad already been up for his own walk through the city. Following this, we got a look inside the city’s library, where we updated our blog, bumped into dad and got some information about the next stations on our journey. Afterwards we got back to our RV and drove about 50 miles straight westwards out the metropolitan area, accompanied by a heavy thunderstorm.

We took the Route 20 into the countryside and found a place to sleep in Belvidere. Again, cereal breakfast in the Morning (I can’t remember any time in my life I’ve eaten so constantly good in the morning). The 20 took us to the historic city of Galena. Shortly after this we crossed the Mississippi and some miles on we stayed in Waterloo for the night. In the morning we almost couldn’t get away, because a gate blocked the way out. After a couple of tries we solved this riddle. In Sioux City we feed ourselves and our RV “Bobby”, drove near the Missouri and slept the next night in Niobara almost in the river. Saturday we drove along highways through Nebraska and South Dakota to get to our next destination: The Badlands. Unreal mars-like landscape with a lot of fog. The birthday morning wasn’t better unfortunately, but we sang a song and had the best cereals ever. Afterwards we drove to Mt. Rushmore where we hadn’t luck in first place (again the foggy weather), but got to see the faces after our lunchbreak. The day had a neat end with a campsite in the forest, a small walk and diner at the fireplace. (Not all went as planed this day, but Paul (and so we all) been lucky at the end anyway)

[M]

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