Bighorn – Yellowstone – Grand Teton National Parks – Utah

eine Woche WESTWAERTS und SUEDWAERTS (14.-20.05.)

Nachdem jeder nacheinander seinen Morgensport oder in meinem Fall Yoga in der Sonne abgehalten hatte, ging es wie immer on the road – unser tägliches Programm. Schon im Staat Wyoming hielten wir uns eine Weile im Ort Gillette (kommen da die Rasierer her…?) auf, wo die eine Hälfte einkaufen ging, während die anderen zwei im Waschsalon chillten – inzwischen gelingt uns die Aufgabenverteilung schon sehr flüssig und zeitsparend. Die frisch gekauften Lebensmittel wurden beim anschließenden Parkpicknick mit größter Freude verschlungen. Ein kleiner Junge sprach uns sogar an, weil er uns deutsch reden gehört hatte und seine Mutter auch aus DE kam. Weil er schon an vielen Orten aufgewachsen war, unter anderem sogar auch Hawaii, zeigte er sich nicht sonderlich begeistern von Gillette irgendwo im Nirgendwo – ist ja auch verständlich bei diesen Vergleichen. So fuhren wir lieber schnell weiter und kamen abends an den Anfängen der nächsten Berge an. Es tat richtig gut mal ein Stückchen von unserer Campsite entlang des Tongue River weiter ins Gebirge zu laufen. Auf einmal richtig faszinierend dieses viele Grün und die tollen Gesteine, auch wenn sowas in Europa ungefähr auch so aufzufinden ist. Doch ganz so unbeeindruckt waren wir überhaupt nicht, als es den nächsten Tag wirklich in die wundervollen Berge des Bighorn NF ging – es lagen dort haufenweise Schnee!! Wir hätten alle nicht gedacht im Mai noch so viel Schnee zu sehen, war aber auch kein Wunder bei circa 9000 ft/ 3000 m Höhe. Da wussten wir ja überhaupt noch nicht, wie viel Schnee die nächsten Tage auf uns wartete…

Auf dem Weg zur anderen Seite merkten wir wie es immer trockener wurde und sich die Vegetation veränderte. Kaum vom Gebirge runter fanden wir uns plötzlich in einer unendlich wirkenden Steppe wieder und beim Mittag war es uns schon fast zu warm draußen! Die Temperaturumschläge hier sind teilweise echt extrem. Weiter ging es immernoch von Ost nach West, zukünftig erstmal die letzte Strecke in diese Richtung. In Cody hielten wir eigentlich nur für das Internet vom Visitor Center und auch etwas weiter beim Buffalo Bill Dam, dieses Mal um uns wirklich über diesen gigantischen Staudamm zu informieren. Es hat echt seine Vorteile in der off-season (Oktober bis Ende Mai) in den Staaten unterwegs zu sein, nicht nur sind einfach allgemein nicht zu viele Touris an den Attraktionen, sondern viele Campingplätze sind kostenlos und längst nicht voll. So fanden wir einen schönen Platz im Shoshone NF, den wir aber auch schon in aller Frühe, als die Sonne noch nicht einmal zu uns gelangt war, wieder verließen. Wir brachen so früh auf, weil uns ein ganzer Tag im Yellowstone Nationalpark bevorstand. Gegen um 8 hatten wir unsere Ruhe am idyllischen Yellowstone Lake beim frühstücken – wir lieben Panoramas und beste Aussichten (nicht nur) am Morgen, das könnte ich jedes Ma(h)l erwähnen. Dann klapperten wir mit Schwefel-Geruch in der Nase so gut wie alle Geysire und andere vulkanische Aktivitäten an der Erdoberfläche ab, guckten mal den Grand Canyon herunter und durften sogar den Ausbruch des Old Faithful bestaunen. Am Ende war es ein sehr langer, aber überaus spannender Tag. Ich war noch nie so begeistert und fasziniert von der Einzigartigkeit unserer Natur und es ist unglaublich, was es alles auf dieser Erde zu sehen gibt! Doch wir waren noch längst nicht fertig mit staunen – nach einer kurzen Nacht ging es zum südlichen Nachbar, Grand Teton NP, rein. Ab da änderten wir nämlich unseren Kurs, es sollte nun für die nächsten Wochen heißen:

Ab in den SÜDEN!!

Wieder eine sehr ähnliche Frühstückssituation: Müsli am Jackson Lake mit beeindruckendem Panorama, so kann der Tag für uns nur gut starten. In den Schneebergen wagten wir uns auf eine 3-Stunden-Wanderweg und nahmen den Jochen mit, der zufällig auch deutsch war und etwas Gesellschaft beim Wandern wollte. Nach einer Stärkung direkt auf dem Strand vor – wer hätte das gedacht – dieser tollen Berglandschaft, hatten wir noch nicht genug und liefen nochmal ein paar Stunden um den String Lake herum und dabei unter anderem tatsächlich im Pulli über die Ablagerungen einer Schneelawine. Was sonst am 17. Mai?! Ist doch ganz normal:D Wenn wir nicht in den Berglandschaften herumfuhren, führte uns die Straße einfach nur durch Steppen gen Süden. Es sollte nicht so trocken bleiben, denn um uns waren graue Wände vom Himmel schon dabei sich zu entleeren. Irgendwann musste es uns natürlich auch erwischen und es war leider nicht nur heftiger Regen, nein es war ein fettes Gewitter und noch dazu HAGEL! Da wechselten wir erstmal erschrockene Blicke in Sorge um unser Womo. Aber am Ende kamen wir doch unversehrt raus und hielten für die Nacht an einem Aussichtspunkt über das Flusstal, bei dem der Green River durch tiefe Einschnitte der Sand- und Felsformationen nicht einmal zu sehen war. Beim weiteren Weg durch das Flaming Gorge Reservoir erreichten wir den Wüstenstaat Utah voller Nationalparks.

In der nächsten Stadt hatten wir endlich wieder Netz und nahmen uns die Zeit mit Freunden übers free wifi zu skypen oder telefonieren. Es tut echt gut, auch mal direkten Kontakt zu den zurückgelassenen lieben Menschen aufzunehmen… Die wundervolle nächste Campsite holte uns wieder in die Realität zurück: wir hatten einen tollen Platz direkt am See umgeben von Sand und gelben Felsen mitten in der Wüste. Nach etwas Bewegung wurde das Seewasser als sehr klar, aber auch ziemlich eisig beim schwimmen befunden. Der Abend wurde passend zur umwerfenden Umgebung noch besser: erst Abendessen bei Sonnenuntergang (ganz klassisch) und dann am Lagerfeuer im Kreis über alles, was uns beschäftigt reden bis der Sternenhimmel ganz klar zu sehen und das Feuer zur glimmenden Glut geworden war… Nach einer erholsamen Nacht, aufgewacht mit Blick aufs Wasser und einem angenehmen Sonntagmorgen am See mussten wir uns leider vom schönen Starvation Reservoir verabschieden. Durch Berge in Price angekommen, war die weitere Strecke noch nicht klar und so mussten wir kurz bei Taco Bell recherchieren und entscheiden, wie viel wir von der Natur in Utah noch sehen wollen. Wir wollten eben flexibel sein und die genaue Route unterwegs raussuchen. Das ist gar nicht so einfach bei verschiedenen Wünschen, Vorstellungen und einem begrenzten Zeitrahmen… Weil die Routendiskussion leider nur ausuferte, mussten wir erstmal ohne konkreten Plan weiter nach unten fahren. Den Crystal Geyser am Green River (wieder mal) hatte ich als ruhigen Ort für uns ausgesucht, nur reizte der lange huckelige Sandweg bis dahin die angespannte Stimmung noch mehr. Am Ende hatte es sich trotzdem gelohnt, der Platz für Momo – unser Womo (Name wurde frisch geändert) war abgelegen und einsam – gut für jeden von uns zum nachdenken – bis auf ein paar den-unspektakulären-Geysir-fotografierende Touris.

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english version

turning from westbound to southbound (14.-20.05.)

The week started with some sport and yoga in the morning sun – it was getting warmer!! Then we were on the road again until we reached the small town Gillette in Wyoming. There, two of us had to go shopping while the other half was chilling at the laundromat. In the park, where we had our picnic, a boy came to us because he heard us talking German and he told us that his mom is from Germany. Just about 12 years old he already lived in different cities on different continents – obviously Gillette was the lamest location for him. After that we went on and found a calm place for the night between some trees. I just needed to walk a little and so I went along the Tongue River more into the green, surprised how good it felt to be in the nature surrounded by mountains even though it was pretty similar to some places in Europe. It kept on being fascinating as we drove through the Bighorn National Park the next day. Unexpectedly we saw so much snow and it was mid-May! But actually it seemed totally normal realizing we were about 9000 ft/ 3000 m high and at that moment we didn’t had a clue about how much snow we were still going to see the next days… As we drove further the landscape changed into dryer rocks and suddenly we left the mountains behind & found ourselves in the middle of a seemingly infinite steppe. On the last miles in the westward direction we stopped by Cody, just to have some wifi, then at the Buffalo Bill Reservoir to look over the huge dam and afterwards we were lucky to camp for free on a nice campground in Shoshone. That’s the advantage of travelling during the end of the off-season (oct to may): most of the campgrounds are for free and there are not that many other campers as well as not too much tourists at all the attractions – even though the weather is already very great.

The next day was supposed to be a looong day packed up with all the things to see in the Yellowstone National Park, so we started really early and had our breakfast in front of a stunning view over the Yellowstone Lake. During the following hours we drove from one geyser or other volcanic phenomena to another, gazed down the Grand Canyon and ended the volcanotour with a small but still impressive eruption of the Old Faithful. Unfortunately the “rotten-egg smell” aka the smell of Sulphur everywhere was too annoying for our dad. That’s why we had to drive outside the park the same evening and continued our nature trip right into the next National Park, Grand Teton, located directly under the YS. Again we had an early breakfast, just another perfect mountain view and this time on the Jackson Lake. On our first trail through the forest to some smaller lakes we got some company of Jochen, who was also German by coincidence. After our lunch directly on the beach with – again – the panoramic view to the snowy mountains, we decided to hike up there and it was a weird feeling walking over lots of snow and an avalanche just wearing a pullover. Finally it was a day full of the missed movement from all the sitting in the RV.

But this continued when we drove further to the south, our new direction! While driving through the flat, dry landscape we got into a heavy thunderstorm that even had some hail coming down. A little bit scary with our RV but we got out totally fine and stopped at an overlook for the night. There was even more to see driving through the Flaming Gorge Reservoir right into Utah. Back in the civilization in Vernal we had to get some internet for the blog and to skype with some friends. It felt really good to get in direct contact even if we’re more than 8000 km away from our hometown – the best thing about technology. The next campsite in the Starvation Reservoir impressed all of us, we had the perfect place for our RV (apropos, it’s new name is now Momo) directly at the lake surrounded by sandy rocks and desert vibes. We really enjoyed going swimming in the cold, but clear water and sitting together around the bonfire under the night sky after a warm meal. As perfect as this sounds it was very hard to leave the next morning, one of the places where I would love to stay longer if there wasn’t so much that we still want to see. Sadly the mood did not get better because we had to decide where to travel to the next weeks and it was hard to find a route that everyone was happy with. The discussion got too intense and emotional – a family travelling together is definitely not always easy! So I found a quiet place for us at the Crystal Geyser by the Green River for everyone to calm down and have a night to think about all.

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