Utah – Nationalparks – Canyons – Desert – Sun

4. Woche im Mai (21.-27.05.)

Staubiger Schotterweg und ockerfarbene Steinlandschaft begleiteten uns Richtung Canyonlands. Mit 10 mph (6,25km/h) brauchten wir auch einige Zeit und gute Nerven den Old Highway entlang zu tuckern. Die frischasphaltierte Interstate danach machte alles wieder wett. Hätte nicht gedacht, dass mich Straßenqualität jemals interessieren würde, aber in einem Wohnmobil kann es schon ziemlich laut werden, wenn alles klappert. Also ab in den Nationalpark(NP). El Papo brauchte noch etwas Zeit für sich und verkroch sich in der Alkove. Wir Geschwister gingen auf eigene Faust los und suchten uns am Besucherzentrum 2 Wanderwege heraus. An der Kante der Hochebene bot sich uns die atemberaubendste Sicht der ganzen Reise bisher: Ein schier unendlich scheinendes Becken aus verschieden farbigen Gesteinsschichten, welche gestapelt und in der Mitte auf unterschiedlichen Höhen ausgespült, sich uns darboten. Witterung und die Zeit haben hier eine Landschaft hinterlassen, die fernab von meinen bisherigen Erfahrungen liegt. Wir unterhielten uns und wanderten über die Sedimentgesteine, die wie hin gewürfelt aussahen. Oft durchzogen horizontal rötlich-braune Farbtöne die skurrilen Felsen. Plötzlich ein Krater aus dem ein türkises Gebirge entwächst. Ein Arch(Bogen) der an die Bergwand geklebt zu sein scheint. Kniehohe Vegetation mit lebendiger Fauna. Streifenhörnchen, Wüstenfuchs, Hasen, Raben, Hummeln, fette Falter (einer verirrte sich nachts zu uns ins Wohnzimmer, der war bestimmt 7cm lang) und viele Eidechsen sausten über die rote Erde. Mittags dann die Überraschung: Auf einem Karton stand geschrieben, dass Vater nicht mehr zum Grand Canyon will, sondern zur Küste. Für mich kein Widerspruch, da eh beides auf dem Plan stand. Hm, was nun? Steht gar nicht zur Debatte, dachte ich mir. Aber erstmal Schlafplatz gesucht und Abendbrot gekocht. Online ein paar Mails beantwortet (geht dank Handyflatrate selbst vor den abgelegensten Nationalparks). Müssen unser Womo ja leider wieder verkaufen. Mit komischem Gefühl und vollem Magen legte ich mich ins Qeensize-Bett. Durcheinander und mit vergessenen Träumen aufgewacht.

Next stop: Arches National Park! Dort gab es an die 2000 natürliche Bögen aus Fels. Wir wanderten wieder 2 Trails zu 3. Delicate Arch ist atemberaubend, genauso wie die Natursteinarena drum herum. Witzig waren auch die Selfietouris und dabenden Dudes davor. Auf dem Rückweg wurden wir vom Hagel erwischt. Wetter kann unberechenbar sein dort oben. Frühstück bei den Windows zwischen Touribussen und Plumpsklos. Zu dritt flowen wir hart. Genug Steinbögen gesehen, wir fuhren weiter Richtung Moab (interessante Wüstenstadt) zum einkaufen. Martin hatte einen kostenlosen Stellplatz rausgesucht. Am Recapture Reservoir stellten wir uns ans Wasser und Clara bekam eine neue Frisur. Am nächsten Morgen wieder rin in die Karre und ab auf die Straße. Picknick am Bach und ‘ne kleine Bouldereinlage gab‘s in North Wash. Kurz in den Capitol Reef NP. Bilder aus dem Auto schießen. Tanken. Campground im Wald. Nachts ist es kälter als draussen. Wirklich bitterkalt trotz 2 Decken. Wir sind ja auch im Dixie National Forest auf 9000 Fuß Höhe angelangt. Ich verkroch mich unter die Decken und schlief ein. Ihh, aufstehen. Martin fuhr los, während Clara, El Papo und ich noch liegen blieben. Richtig gutes Gefühl im Bett liegend rumkutschiert zu werden und ab und zu mal aus dem Fenster lukend wunderschöne Bergwälder zu Gesicht zu bekommen. Am Aussichtspunkt mit Blick ins Tal gabs Frühstück und alsbald machten wir uns auf Richtung Bryce NP.

Wir fuhren durch ausserirdische Landschaft. Rundgelutschte, ockerfarbene Berge, mit Sträuchern übersät, zogen an uns vorbei. Momo kämpfte sich über mehrere Meter Höhenunterschied und bugsierte uns auf einen Gebirgskamm. Rechts und links von der perfekt geteerten Straße Abgrund und keine Leitplanke dazwischen. Spannend aber auch unheimlich. Irgendwie unheimlich spannend. Wieder im Tal des Grand Escalante-Staircase National Monument angekommen wurde es grüner und man konnte links von der Straße in die Natur abtauchen. Clara wollte wandern, so suchte sie sich einen beliebten Weg raus. Erste Hürde: Nach nur 30m durchquerte der Trail den Bach. Also Schuhe aus! Danach: heißer Sand, also Schuhe wieder an. El Papo wurde es zu anstrengend, er kehrte wieder um. Die Hitze machte einem schon zu schaffen. Wir schlenderten und wateten weiter. Querten mehrmals den Bach, ich ließ meine Schuhe einfach ganz aus und ging barfuß weiter, den heißen Sand ignorierend. Trafen einen Wanderer aus Salt Lake City und entdeckten Anasazi-Kultur-Skulpturen im Fels. Dann eine Brücke aus Stein im Fels. Einfach so. Zurückzu rennen wir durch den Sand, es schmerzt mittlerweile wirklich doll. Socken angezogen. Wirkt Sand nicht wie Sandpapier? Die Socken halten dem jedenfalls nicht stand. Wir trafen nach 2,5h endlich am Anfang an. Alle richtig groggy. Die anstrengendste Wanderung bisher. Zum Glück gab der Fluss uns Abkühlung. Mittag speisten wir im Momo und fuhren weiter. Direkt vor dem kleinen Bryce gab es einen kostenlosen Stellplatz im Wald. Clara schnippelte mir eine neue Frisur mit Kamm und Schere. Ich bin beeindruckt, die kann das ja wirklich. Sieht echt schnittig aus. Mit frischem Wind und frisch frisiert ging es früh schlafen um in aller Frühe vor allen anderen im Nationalpark zu sein. Am nächsten Morgen war ein Womo schon vor uns weg als ich 7.30Uhr mit Workout und dann Frühstück machen begann. Die Nacht war wieder super kalt gewesen, an diese krassen Temperaturunterschiede musste ich mich noch gewöhnen. Erfreuliche Nachricht beim obligatorischen Visitorcenterbesuch: Es gibt einen Shuttlebus! Keine Autoschlangen und Abgase im Naturschutzgebiet. Wir suchten uns anhand der Karten und dem Haufen Infomaterial das uns am Eingang in die Hand gedrückt wurde, 2 Trails heraus. Queens Garden + Navajo Trail. Witzige Ansagen des Busfahrers erheiterten kurzweilig. Wir fuhren bis zum Sunset Point und schauten auf der Hochebene die Schlucht hinab. Wieder so eine verrückte Canyonlandschaft. Geformt wie ein Amphitheater in den grellsten orange-roten Tönen. Über das Panorama verteilt zeigten sich Stelen aus Sandstein die in die Höhe ragten. El Papo fügte sich perfekt ein, mit seinem orangenen Shirt und seiner gelben Hose könnte er glatt als Ministele durchgehen. Nun ab in den Canyon! Perfektes Wetter, nicht zu warm – nicht zu kühl. Ich war angefixt vom wandern und entschied noch eine längere Route zu laufen. Clara und Martin zogen mit, für Papa war es zu viel. Platt aber glücklich gab’s wieder Bagelsnack am Auto und wir machten uns wieder weiter auf den Weg.

Das nächste Ziel: Richtung Grand Canyon. Unterwegs hielten wir an einer deutschen Bäckerei die eeeendlich mal halbwegs ordentliches Brot uns verkaufte. Eine unbekannte, riesige Aschewolke begleitete uns noch im Rückspiegel, bis wir im Kaibab Forest einen abgelegenen Stellplatz mit Feuerstelle und Rehgebeinen fanden. Momo wurde mithilfe von Hölzern ebenerdig gemacht. Dann hieß es gute Nacht. Es wurde eine kurze. Denn wir folgten El Papos Vorschlag, uns den Sonnenaufgang im Grand Canyon anzuschauen. 5.40Uhr standen wir schon auf dem Vorsprung des Bright Angel Viewpoint und warteten geduldig auf die ersten Sonnenstrahlen. Die ließ sich aber Zeit. Am Ende wurden wir mit einer majestätischen Aussicht auf diesen Schlund belohnt. Uns fiel beim Pancake-Frühstück auf: Wir sind ja in einer neuen Zeitzone! Da wurde uns einiges klar. Zum Beispiel, dass wir dadurch schon kurz vor 5Uhr am Canyon waren und deswegen einen besonders langen Sonnenaufgang erleben konnten. Wir wanderten wieder zu viert einen Pfad am Rande der Schlucht entlang. Die Aussicht war lohnenswert, doch liefen wir größtenteils durch sehr europäisch anmutenden Nadelwald. Am North Rim (die nördliche Kante des Grand Canyon) war alles etwas wilder und weniger touristisch als im Süden. Wir genossen das und entschieden uns, mit Momo noch zum Cape Royal weiterzufahren um dort den Sonnenuntergang zu bestaunen. Das hatte sich wirklich gelohnt! Ein Panorama tat sich uns auf. Man konnte die 1,6km Höhenunterschied bis zum Coloradoriver mit dem bloßen Auge erkennen. Heftige Winde fegten über den Kamm. Nichtsdestotrotz spannte ich meine Hängematte zwischen zwei Bäume und widmete mich der Aussicht, dem Wind und dem Tagebuchschreiben. Clara und Martin kochten leckeren Reis mit Scheiß und ich eilte herbei. Hmmm, Essen. Ich schaufelte los und stockte, als mir einfiel: der Sonnenuntergang! Noch 20min um den Trail bis zum Aussichtspunkt zu laufen. Also schaufelte ich schneller. Mit Wanderstock, Fernglas und Windjacke ging es ab zum Schlund. Wir waren nicht die Einzigen mit dieser sehr guten Idee, mit Kameras bewaffnete Touris aller Coleur wuselten über die Absperrung um zum besten Aussichtspunkt zu gelangen. Wir wurden wieder belohnt und die Sonne tauchte die dunkelroten Felsen in majestätisches Licht. Danach ging gleich der Mond auf und platzierte sich prominent am Firmament. Ein sehr runder und langer Tag ging zu Ende.

Nach einer erholsamen Nacht im Wald, fuhren wir morgens ein Stück zu einem Aussichtspunkt. Da kroch auch der Rest aus dem Bett und wir frühstückten. Irgendwie habe ich mich beinahe daran gewöhnt früh aufzuwachen und aufzustehen. Wir fuhren im Grunde wieder die gleiche Strecke vom Grand Canyon weg, um zum nächsten Ziel – Zion NP! – zu kommen. Ich hatte eine alternative Route rausgesucht, zum einen wegen einer billigen Tanke und zum andern um noch etwas anderes zu sehen. Bei der Tanke gabs ein kleines Museum zu indianischer Geschichte in dem Gebiet. Interessant und immer wieder kontrovers zu sehen, wie westliche Kolonialist*innen Lebensraum nahmen und Lebensweisen aufzwangen. Versichert wurde uns, dass eine Abkürzung zum Zion neuerdings geteert ist. Dem war leider nicht so und wir mussten einen Umweg nehmen. Auf den Frust gabs erstmal Mittag (hilft bei uns oft). Die Nerven wurden beruhigt und es ging über Hurricane zum kostenlosen Campginplatz in der Steppe. Umringt vom Bergpanorama genossen wir den Sonnenuntergang.

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english abstract

last week of may (21.-27.05.)

It felt like hours after leaving the campground at Crystal Geysir and getting back on a paved road. Dust, wind and the heat were our steady companions. We couldn’t move faster than 10mph or the noise inside the rv would’ve made our ears bleed. Finally we reached I90 and went straight on to Canyonlands NP. What a stunning landscape we saw from one of the more popular viewpoints down into the canyon. We hiked for 3 hours and got amazed by the pure alienated surroundings in this park. The most famous arch looked like it got glued to the wall of the mountain. Wildlife was very vivid even when temperatures went high in the afternoon. Iron in the soil was pretty common and it gave the scenery the typical red colour. We drove off and found a place for the night close to a trailhead which led to the lower levels of island in the sky. We felt asleep early as we planned to go to Arches NP the next day. In the morning the ranger at the visitor center told us that there are max. 2000 arches to be found in the park. We hiked to Delicate Arch and and immediately fell in love with it. It was funny to observe how most of the tourists are taking selfies or even practiced some dabbing in front of that bizarre landscape created by nature. One arch was enough for us to see so we went to balancing rock and the windows and left the park after noon. We went to a grocery store in Moab and filled up our stock. Martin found a place close to Recapture Reservoir where we stayed for the night. Clara got a new haircut made by me. Quite a cute one in the end. Concerning my hair cutting skills it looked better than expected in the end.

We had to follow our daily routine, so we got up early in the morning. Did some workout and went jogging plus a healthy muesli is how we start our day. After that we got back to the road onto our next destination: Capitol Reef NP. Long lunch break at North Wash and a short n spontaneous climbing action at the nearby Canyonwall. At the visitor center of Capitol Reef we realized we went too low on gas to take the scenic route through the park. So only a few pictures along the highway and we left for Dixie National Forest where we found a place for the night in the woods high up in the mountains. Because of the elevation it got cold again during the night. Two blankets saved our freezing bodies. The generator would’ve made to much noise and pollution if we had put on the heater so useless for us. The next morning was cruelty to me. I just didn’t wanto get up at all. So Martin got behind the steering wheel and drove to a viewpoint which overlooked the Grand Staircase National Recreation Area. With some help from the sun and this stunning landscape I got up and had breakfast with the others. Our destination for the day: Bryce Canyon NP. We got on a scenic byway and passed some trailheads close to the road from which we picked one and decided to go hiking before entering Bryce. It ended up as the most exhausting hike we’ve been on before. 3h of pure madness. We underestimated the heat during noontime and why going barefoot on mostly hot sandy trails is not recommendable. We got to recover so we cooled us down a bit with water from a nearby creek and had some sandwichs. After that we drove to a free campsite in front of Bryce and went to bed immediately. Bryce had to wait until the next day. That day came pretty quick. With restored energy we got into the park. Bryce was nice. It had little Shuttlebuses departing every 15 min. and funny bus drivers who tell tales about the park while en route. Orange and yellow were the most common colours in the park. El Papos orange shirt and yellow trousers fitted perfectly into the scenery for which he got compliments and funny comments from other tourists. We hiked a strenuous trail into the canyon and ended up pretty wasted on the parking lot still trying to handle the exhaustion from yesterday. To stick to our routine, we had picknick and drove off to Kaibab Forest. A huge ash plume was filling the sky behind us and we didn’t know where it came from. Is the earth beneath Utah still volcanic and active? Our campsite was high above sealevel and again it went very cold during the night. I still have to get used to this difference in temperature.

Our biggest goal had yet to come: Grand Canyon, the one everybody has in mind when it comes to American National Parks and the must-sees. We decided to get up really early to see the first sunrays hit the huge walls of the canyon. Really early means to be before 6am at the North Rim. We made it 5:40 am to the Bright Angel Viewpoint and waited. It took some time to realize where I was at that moment. After an hour I got it straight and still felt alienated to my surroundings. That gorge was bigger than expected. Huge. Extremely huge. Tremendously huge. Naa words can’t really describe what I was seeing and feeling. Some time went by and I got hungry. Clara was already preparing some pancakes. Again yummy breakfast with a stunning landscape behind. While we ate Martin came to us and told us that we went an hour earlier to the rim this morning because Arizona is in another time zone. Ha ha, I think we never woke up that early during the last months of our journey. We really like to go hiking a lot so we went on a trail til picknick-time. After hiking through North Rim’s Forests we drove to Cape Royal to get an alternative view into the canyon and to see the sunset too. We had plenty of time til 9 pm so we got on to another short hike, wrote some postcards and I attached my hammock to two pine trees. It was windy and cold but the views were rewarding. Especially the minutes before sunset the reddish colours on the walls of the canyon were simply amazing. As the sun had left us for the day, we drove off and slept again in Kaibab Forest somewhere in the woods for free. What an inspiring and rounded day.

After a restful night Martin got up early and drove some miles to an viewpoint. As we got there the others crawled out of their beds and we had some breakfast. For some reason I got used to waking and standing up early in the morning. The next destination was Zion National Park. We drove almost the same route off the Grand Canyon, Paul found just a small alternative addition. Partly because of a cheaper gas station and also to see something different. Near the gas station was a small museum about Indian history in this area. Quite interesting to find out about, but more controversial for me to see how western colonialists took habitat and enforced their way of life. We received assurance, that a shortcut to Zion got paved recently. Unfortunately, this wasn’t the case. To calm down ourselves, we made a stop and ate something. Everything is better with filled stomachs (at least in our case). So we took the detour over Hurricane and found a free campground in the middle of the steppe. We enjoyed the sunset and mountain panorama.

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