Zion – Las Vegas – Death Valley – Bishop – Yosemite

Von der Wüste in die Berge (28.05.-03.06.)

Montag war Memorial Day, also Feiertag in den USA, dennoch entschieden wir uns – nach Runde Joggen und Frühstück – in den Zion NP zu fahren. Momo stellten wir im Ort davor ab und nutzten den kostenlosen Shuttleservice. Papa hatte erstmal keine Lust und so gingen wir zu dritt los. Es war zwar voll, aber trotzdem erstaunlich angenehm. Im Visitor Center wurde wieder mal ein Trail rausgesucht und wir fuhren eine Runde mit dem Shuttlebus durch den Canyon. Der Trail führte selbigen hoch in einen kleinen versteckten Canyon. Aussichten und Snacks wurden genossen. Unten wieder angekommen trafen wir zufällig Papa und fuhren raus. Das Tal im Zion war sehr aus- und zugebaut. Dabei fragen wir uns häufig, wie es ohne den Menschen aussehen würde – möglicherweise schöner, aber man hätte nicht so einfachen Zugang. Am Womo gabs dann erstmal Mittag, bevor es weiter ging. La Verkin diente als Nachfüllstation für Frischwasser und Loswerden von „Altem“. Wir durchfuhren einen Gebirgsausläufer und landeten abrupt in der Steppe. Es wurde heiß, sehr heiß. Auf der Suche nach Wasser fanden wir Lake Mead. Da gabs nen kostenlosen Campground (freecampsites.net half uns wie so oft). Beim Baden wurden wunderschöne – durch den Sonnenuntergang verursachte – Verfärbungen auf angrenzender Bergkette bestaunt. Nach heißer Nacht wollten Dienstagvormittag Dinge erledigt und aufgeschrieben werden, durch aufkommende Hitze kochte aber auch irgendwann die Stimmung über. Papa war genervt und hielt die Hitze nicht mehr aus, Clara, Paul und Ich irgendwie auch nicht mehr. Also düsten wir Richtung Las Vegas. Die Hitze wurde zwar nicht weniger, aber wir fanden wenigstens etwas Schatten in einem Park und aßen spät Mittag. Mit der Aussicht auf einen Schlafplatz gings rein nach Vegas und auf einem Casino/Hotel Parkplatz. Papa verabschiedete sich diesmal wirklich von uns und tappte gen Sonnenuntergang. Wir drei machten uns ebenso auf um eine Abendrunde entlang des „Strip“ – der berühmten Straße mit den Hotels, Casinos und so – zu drehen. Spannend, aber sehr künstlich und Freizeitpark-mäßig. Viele Touris (wir ja auch). Auf dem Weg zurück gings zum In `n Out Burger, selbst vegane Varianten gabs für uns und wir warensehr angetan von Frische und Geschmack. Von Parkplatz Beschallung begleitet wurde es eine kurze Nacht, an deren Ende wir unerwarteterweise Papa wieder am Womo begrüßten. In Las Vegas auszusteigen, war keine so gute Idee. Als Plan zur Überbrückung der Hitze fuhren wir in einen kleinen Park, dort wurde geschrieben, geplant und zwischendurch Wäsche gewaschen.

Um am nächsten Tag früh durchs Death Valley zu fahren, gings noch am Abend – begleitet von wunderschönem Sonnenuntergang – auf einen Steppencampground kurz davor. Die Luft war immer noch total warm und ein klarer Sternenhimmel bot sich uns. Noch bevor die Sonne am Mittwochmorgen die umliegenden Hügel überstieg klemmte sich Paul hinters Steuer und düste ins Death Valley. Die kaum aufgegangene Sonne brannte herunter und es war durch die trockene Luft schon jetzt kaum auszuhalten. Am niedrigsten Punkt der USA kamen wir zwar nicht ganz vorbei, aber wir fuhren dennoch unter Meeresspiegel. Stopp an Sanddünen. Wie so oft war alles recht surreal. Frühstück im einzigen Schatten weit und breit an einer alten Rangerstation. Dann gings angrenzende Berge hoch, wieder durch ein Tal und wieder hoch. Stopp am Visitor Center, Infos für die nächste Zeit holen. Die nächste Station hieß Manzanar Gedänkstätte, dort lernte ich (bzw. wir alle) über einen mir bis dahin unbekannten Teil amerikanischer Geschichte. Während des Zweiten Weltkrieges wurden dort und in weiteren Camps Menschen japanischer Abstammung eingesperrt, um ihre Loyalität gegenüber der USA zu „überprüfen“. Die Baracken hatten etwas von Konzentrationslager. Der Sinn dahinter bleibt mir schleierhaft, zwar wurden die Menschen anscheinend nicht zu Arbeit gezwungen oder gar umgebracht, aber dennoch wurden dadurch zahlreiche Familien und Menschenleben auseinandergerissen. Bedrückendes Gefühl. Darauf erstmal Mittag auf ner Raststätte… Abends gings nach Bishop rein. Wir trafen Freundin von Freundin von Paul in Brauerei/ Kneipe. Ob des umliegenden Boulderparadies, hatte Paul Lust auf klettern. Endlich. Rein zu Gear Exchange (Kletterladen mit secondhand Abteilung). Matten zum Ausleihen gabs, aber nur Schuhe zum Kaufen. Die Pläne wurden wieder verworfen, stattdessen shoppten wir uns was. Nach Abendessen in Seitenstraße gings noch auf ein Bier in die Kneipe. Ganz gut, aber man vermisst irgendwie schon das heimische. Am nächsten Morgen gings Bäcker abklappern, in niederländischer Bäckerei gabs viiiieeeel Zeug und wir plünderten das prall gefüllte Vortagsregal. Erschrocken festgestellt: schon Juni! Gefrühstückt und dann Abgehangen und Organisiert wurde im Park bis mittags. Papa quatsche lange mit einem alten Herrn. Was uns schon oft auffiel – die Menschen sind hier hauptsächlich gesprächiger und offener. Ziemlich angenehm.

Weiter gings nördlich. Während Mittagspause wurde Blog geupdatet und mit Menschen aus Leipzig geskypet/ telefoniert. Am Mono Lake wurden Skulpturen aus Calciumcarbonat bestaunt und das salzig-basische Wasser gekostet (4x salziger als Ozeane, 100x basischer). Bah. Aber taugt durchs seifige zum Wäsche waschen. Am nächsten Morgen gings ne Runde Joggen zum See. Nach duschen und Frühstück schleppte sich Momo den Tioga Pass die Bergkette zum Yosemite Nationalpark hoch. Wunderschöne Bergseen und Wälder zogen vorbei. Das Visitor Center hatte zu, also gings, nach am Eingang erhaltenen Karten, zu einem Trail zu Sequoia Mammutbäumen. Anhand derer Geschichte fühlt man sich gleich ziemlich unbedeutend. Nach spätem Mittag war die Luft raus und die Nerven lagen ob verschiedener Tagesvorstellungen kurzzeitig blank. Doch zum Glück gabs diesmal schnell ne Lösung, der Plan wurde beibehalten. So fuhren wir ins Yosemite Valley und Paul bekam kurz vor knapp seinen Nationalparksstempel. Das Tal war hier komplett ausgebaut mit Post, Supermarkt, Krankenhaus und Co. Was mich wieder an dem Naturgedanken der Nationalparks zweifeln lässt. Naja seis drum. Paul, Clara und ich begaben uns – wie soll es anders sein – wieder auf einen Trail. Den Canyon hoch gings zum Wasserfall und noch höher zu nem Aussichtspunkt. Zwar sehr anstrengend, aber von wunderschönem abendlichem Blick belohnt. Spät kamen wir am Womo an, Papa hatte in der Zwischenzeit Abendbrot gemacht und wir fuhren erstmal Richtung Ausgang. Auf dem Parkplatz vom Mittagstrail blieben wir stehen und wagten es die Nacht über im Yosemite zu bleiben. Um nicht „erwischt“ zu werden stand ich mit dem Sonnenaufgang auf und wir fuhren raus. Frühstück gabs mit schönem Ausblick übern Stanislaus National Forest. So zuppelten wir weiter durch alte Goldgräber-Western-Städte, kauften ein, tankten und machten Halt in Columbia. Viele erhaltene alte Gebäude ließen hier ein irgendwie authentisches „Wilder Westen Gefühl“ aufkommen. Weiter gings durch angenehme Landschaft und abends fanden wir Abkühlung und einen Schlafplatz am White Pines Lake.

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englisch abstract

From the desert into the mountains (28.05.-03.06.)

Monday was Memorial Day, even so we decided to get into the Zion Canyon. We parked Momo in the town before and took the shuttle into the National Park. Dad wasn’t in the mood and so just the three of us went in. It was crowded, but less than we expected. We picked out one trail at the visitor center and drove through the canyon with the free shuttle service. The trail got us up the canyon wall into some little hidden canyon. On the way we enjoyed beautiful views and delicious snacks. Back in the valley we bumped into dad and got out of the NP. The Zion valley is quite built up and with this in view we sometimes ask ourselves how it would look like without the human impact. Maybe more beautiful, but without easy access. After that we had lunch at our RV and got back on the road. In La Verkin we dumped and filled up with fresh water. We drove through a mountain range and found us back in a steppe afterwards. It got hot, really hot. Luckily, we found water at Lake Mead and got a stunning view of multicolored mountains during the sunset. The night had been sweaty as well and we wanted to get some things done in the morning, but after some time it’s been to much and the mood boiled over. Dad couldn’t stand the heat anymore and in the end Clara, Paul and I had enough, too.

So we hit the road again and drove into Las Vegas. There we found some shadow in a park plus we had lunch. Thanks to freecampsites.net we parked on a casino/hotel parking lot in Las Vegas. This time dad said goodbye to get some time for himself. The three of us went to the “Strip”, the famous road with all the hotels and casinos. Everything looked quite artificial, but exciting too. On the way back to Momo we ate for the first time at In `n` Out Burgers, where we got vegan variations. Surprisingly fresh and delicious. Followed by a short night, annoyed by parking lot music all night long, the next morning got a surprise for us: dad came back. Las Vegas wasn’t the best place to start his own journey… To bridge the heat, we drove in a park and stayed there for almost the whole day. We planned, wrote things down, washed our cloths in the meantime and decided to get directly in front of the Death Valley. We had a warm night plus an amazing starry sky. The next morning Paul got up early before the sunrise, so it wouldn’t be to hot during our drive through the valley. We didn’t pass the lowest point of the USA but drove under sea level anyway and stopped at some dunes. Surrealistic. Then we had breakfast under one of the few shadow places at an old ranger station. The street guided us over mountain ranges and through valleys on our way out. Our next stop had been a visitor center where we got information for the following days. Before lunch we stopped by the Manzanar Memorial. This part of American History wasn’t common to me and I was a bit shocked, that Japanese humans got locked up in this and other camps to verify their loyalty with the US during the second world war. Oppressive feeling.

We drove to Bishop after lunch and Paul met a friend of a friend in a brewery/ bar. The region around Bishop is a boulder paradise – perfect for Paul. After visiting a local climbing gear store and weighing the possibilities, he had to change plans: no bouldering this time. So we just ate dinner in our RV and grabbed a beer at the brewery (quite good, but not as good as ours 😊). In the morning we went to two bakeries and got plenty of bread and stuff. We had breakfast in a park and stayed there till noon, because of things and stuff to do. Dad talked to an old man in the meantime. That’s one thing, what makes a positive impression of the people here: they are more opened and chatty. Quite pleasant. But back on the road. After lunch, the Blog got an update and there was some time to skype and talk to friends. We found a place to stay at the very salty Mono Lake.

The next day, after one round of jogging and breakfast, Paul drove Momo and us up the Tioga Pass into Yosemite National Park. Along scenic landscape we got to a trail, which led us to old Sequoia trees. Beside these enormous trees and their history we felt really unimportant for a moment. After lunchbreak at the RV, a small dispute started about our plan for the day, but we got together and sticked to the plan. Therefore, we drove into Yosemite Valley and Paul barely got the national park stamp at the visitor center. The valley here was even more build up than at the Zion. At the end of the valley Paul, Clara and I went up a steep hike to a beautiful waterfall and some more feet for a stunning sunset view down the canyon. Dad cooked dinner meanwhile, but first we had to drive out the valley and back to our lunchbreak place. So, we spent our first night in a national park without staying on a campground. The next morning, I stood up early, drove some miles out the park and we had a nice breakfast view over the Stanislaus National Forest. The rest of the day we chugged through old gold miner- western villages with a longer stop in Columbia where we walked through the historic area and felt some kind of vintage feeling. A few miles onwards we found a lake to cool down and to stay and sleep at: White Pines Lake.

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