LAKES – White Pines – Tahoe – Almanor – Lassen Volcanic NP – Crater Lake NP – Pacific

Viele Seen und viel Sehen (4.-10.06.)

Wie könnte ein Start in den Tag und damit auch in die neue Woche für uns besser sein, als eine Runde um den White Pines Lake zu joggen und dann vom See erfrischt entspannt zu frühstücken…? Dann aber auch schnell wieder ins Auto, in die Berge und schon waren wir im Calaveras Big Trees State Park. Paul hatte sich den rausgesucht, um noch mehr von den Sequoias aka Mammutbäumen anzuschauen, die uns schon im Yosemite so beeindruckt hatten. Wir liefen flotten Schrittes mit der Unterstützung unserer Wanderstöcke 2,5 Stunden durch den Riesenwald an 80 m hohen Bäumen vorbei, die dort schon seit 2000-3000 Jahren wachsen. Schwer vorzustellen, was die schon alles miterlebt haben müssen. Nach dieser sportlichen Aktion gabs ne Erfrischung im klaren Bach und ein ruhiges Waldmittagessen. Eigentlich lag unser Tagesziel hinter dem Gebirgskamm, nur kommt man die kurvenreichen Straßen mit einem Womo nicht schnell durch die Berge und so mussten wir nach dem Ebbetts Pass im Toiyabe National Forest feststellen, dass wir heute zumindest nicht aus den Höhen herauskommen. Beim Silver Creek fanden wir dann einen schönen Campground. Zwar hatte ich mir unter einem Geburtstag in Kalifornien keine Berge und Nadelbäume, sondern Mee(h)r und Sonne vorgestellt, aber so unterwegs in Ostkalifornien war das etwas schwierig. Während der Zubereitung des Abendessens hörten wir zur Aufmunterung die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling, welche bei uns immer einige Lacher auslösten.

So war der 5.6. gekommen – mit frisch-gebratenen-Pancakes-Geruch in der Nase in den Geburtstag geweckt. Draußen sah es leider sehr grau und vernebelt aus, eine Seltenheit bei meinem Sommergeburtstag. Doch längst kein Grund zur Enttäuschung, der Vorhang wurde zur Seite geschoben und vor meinem Bett standen meine 3 Männer singend mit einer Kerze. Sie hatten ein echt prachtvolles Geburtstagsfrühstück mit viel Liebe vorbereitet, auf meinem Teller lag sogar ein Geschenkspaket! Nachdem die coolen und schönen Aufmerksamkeiten ausgepackt waren, wurde der Pancake-Turm gestürzt… Der erste Ort durch den wir fuhren hieß witzigerweise Markleeville und erinnerte uns an Markkleeberg bei Leipzig. Nur war das kalifornische sehr viel dörflicher und touristischer. Endlich kamen wir bei unserem gestrigen Ziel an: Lake Tahoe! Leider gab es entlang der westlichen Küste nur schlechtes Netz, sodass sich das Telefonieren über Internet mit den Liebsten etwas schwierig gestaltete. Als es dann an einem Aussichtspunkt plötzlich doch funktionierte, stieg die Stimmung durch die vielen lieben Worte. Picknick gab es ganz idyllisch neben einem kleinen Bächlein im Wald mit Aussicht auf die grünblaue Emerald Bay. Mit schöner Musik begleitend zum immer-wieder-zwischen-den Bäumen-auftauchenden Blick über den wundervollen See machte das Fahren viel Spaß. Wir hatten keinen konkreten Plan für den Tag und so war es irgendwann auch leider zu spät, als uns die Idee kam Kanus auszuleihen. Dadurch sprangen wir nur kurz ins eisige Wasser, parkten Momo für die Nacht und es wurde sich fürs Abendessen etwas schick gemacht. Zu diesem Anlass hatte ich nämlich ein Restaurant für uns ausgesucht, welches sich als genau passend erwies. Das Spoon ist ein supersüßes kleines Gourmet-Restaurant, wir waren fast die einzigen und konnten mit dem sympathischen Kellner quatschen. Das Essen war uns allen eine außerordentliche Gaumenfreude. Als die Köchin dann noch extra nur für uns ein umhauendes veganes Dessert zauberte (aufs Haus!!) waren wir wirklich mehr als begeistert – so eine Verwöhnung hätte ich mir nicht erträumen können! Der besondere Tag wurde mit einem Wein aus meinem Geburtsjahr 1999 und einem gemeinsamen Spieleabend abgerundet. Hach, ich bin auf jeden Fall mit einem Lächeln eingeschlafen…

Aufgewacht in Tahoe City war es wohl total gewöhnlich, dass hier ein Braunbär im Grün eines Parks direkt am Wasser herumlief. Na gut, auch wenn das für uns nicht so normal war, wurde nur noch in der Sonne gefrühstückt und dann ging es Richtung Nordwesten weiter. Kurze Zeit später gelangten wir an den nächsten See, Lake Almanor. Dort nahm ich mir die Zeit um in Ruhe alle Geburtstagsnachrichten zu lesen/hören & beantworten. Paul fand ein altes schwarzes Floß aus Kunststoff (war wahrscheinlich eigentlich mal ein Teil eines Steges) – kurzerhand waren Holzplatten zum paddeln gefunden und los ging die Seefahrt. Rücken an Rücken zu viert ein paar Stunden zu paddeln machte richtig viel Spaß, dieser verging uns zwar auf dem Rückweg kurzzeitig durch die Strömung, aber am Ende gabs die Seeerfrischung als Belohnung. Somit war uns das Paddeln doch sehr gut und einzigartig gelungen. Donnerstag fuhren wir früh in den Lassen Volcanic NP und liefen einen 2 Stunden-Wanderweg sehr steil zu den Ridge Lakes hoch, wieder einmal überraschte uns eine Menge Schnee und die Seen waren sogar komplett zugefroren! Wir stellten fest, dass keiner von uns bisher im Juni schonmal Schnee gesehen hatte. Noch eine entspannte Runde um den Lake Manzanita mit umwerfendem (Vulkan-)Gebirgspanorama und schon wars das mit Natur, back on the road! Erster morgendlicher Stopp in Weed beim Eingangsschild. Der Ich-bin-gerade-aufgestanden-Look passte sehr gut zum Grund der Fotos. Am nächsten kleinen See wurde in der Sonne gefrühstückt, dann weiter Richtung Norden gefahren, bis wir in Oregon waren. Extra auf Empfehlung für den Crater Lake NP sind wir so weit nach oben gefahren und wurden auch echt nicht enttäuscht. Umrandet von Nadelwald und schneebedeckten Bergen lag das faszinierend dunkelblaue Schmelzwasser im tiefen Krater. Da war natürlich wieder Wanderprogramm angesagt! Zu dritt gings über Schneelawinen bis nach ganz oben hoch auf den Garfield Peak zur atemberaubenden Rundumaussicht. Für den Nebel und Regen – plus Regenbogen!! –  beim Hinabsteigen hatte es sich definitiv gelohnt. Da wussten wir aber auch noch nicht, dass es die nächsten Tage so bleiben sollte… Gleich nach dem Ausgang stellten wir uns auf einen Campingplatz am Diamond Lake, wir machten es uns im Womo gemütlich, kochten, hörten Musik und dann wurde sich eingekuschelt. Am nächsten Morgen hatte sich nichts wirklich geändert, nur kurzzeitig konnte man mal das andere Ufer durch den Nebel erspähen. Das Nass begleitete uns noch den ganzen Tag, auf der Fahrt nach Westen, beim Einkaufen in Roseburg, beim Bloghochladen in Reesport – komplett bis zur Küste.

Wir hatten es bis zum Pazifik geschafft!! Die Freude war groß, in 6 Wochen von der einen zur anderen Küste, von Ost nach West, vom Atlantik zum Pazifik, einmal quer durch Nordamerika, einmal quer über einen Kontinent. Wie glücklich einen doch der Meeresblick machen kann… In der Nähe von Coos Bay hielten wir hinter den weiten Dünen für die Nacht. Das Küstenklima zeigte sich mal wieder und es zogen schwere Wolken vom Meer herüber zu uns – das beste was man bei solchen Umständen machen kann: Filmabend! Mit Chips & Salsa und einer Decke ließen wir uns von der Genialität von Sherlock Holmes begeistern. Nach einer verregneten Nacht und morgendlichem Dünenjoggen ging die Fahrt an der schroffen Küste weiter, jetzt wieder Richtung Süden. Beim Mittagspicknick an einem Teich kam ich bei dem kleinen Parkweg auf eine Idee. Wenig später saß ich auch schon hinter dem Steuer und fuhr das Womo die kurze Strecke bis zum Ausgang. Ich wollte das schon die ganze Zeit mal ausprobieren, denn wer kann in meinem Alter schonmal behaupten mit einem fetten Wohnmobil gefahren zu sein! Und das auch noch ohne Führerschein 😉 Als Paul dann wieder fuhr hielten wir sehr oft an Aussichtspunkten und kleinen Bordman trails, die zur felsigen Pazifikküste führten. Direkt vor der Grenze zu California entdeckten wir einen Cannabis Shop, was bei uns jedes Mal Interesse weckt und uns daran erinnert, dass das hier ja legal verkauft wird! Auf einem Casinoparkplatz stellte sich Martin an den Herd und zauberte ein wunderbares Chili sin Carne oder auch Chili con tofu zum Ende einer angenehmen (bohnenfreien) Woche.

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English abstract  

(4.-10.06.)

The perfect start for us into the day and into a new week looks like this: jogging around a lake, refreshing yourself in the clear water and then enjoying your breakfast in the idyll. Sadly, we left White Pines Lake after this perfect morning program to get into the mountains. We we’re too fascinated by the giant sequoia trees in the Yosemite NP so we had to stop by the Calaveras Big Trees State Park. The trail led us through the huge forest where one tree seemed to be taller than the next one (about 80 m). Unbelievable what they must have experienced in a lifetime of over 2000 years! A quick fresh bath in the creek and onto the road again. Unfortunately we couldn’t reach our daily goal behind the mountain range because we have to drive slower in the serpentines. So we found a campsite right next to the Silver Creek in the Toiyabe National Forest, which was not what I expected for my birthday in California, but still very nice and calm. I woke up on my birthday with a yummy pancake smell and a birthday song by my brothers and my dad. They had prepared an amazing breakfast table and the pancake tower was gone really fast, haha. We continued driving downwards with some good music, right into Markleeville stopping for the post office. Not too long and we reached where we wanted to get to the whole time: Lake Tahoe! My mood got better as I was finally able to get in direct contact with my family in Germany. We drove along the west coast enjoying the view over the beautiful lake with some classic Beatles songs. Emerald Bay was the perfect place for a picnic and the vista was stunning! The clear and greenish blue water was way more freezing than it looked, when we couldn’t rent a kayak and went swimming instead. It was a special day so we went out for dinner in a cute small gourmet restaurant called Spoon. The service and the food were beyond amazing, we even got some free vegan desserts made only for us! With a wine which was the same age (1999) and a family game the day had come to a lovely end.

The next day started with a breakfast in Tahoe City while a brown bear was casually walking along the seashore in the green. About 2 hours later we reached the next waterside, Lake Almanor. My brother found an old piece of a dock which we used as a raft to paddle onto the lake. Even though it was pretty hard against the stream we had a lot of fun and the adventure was definitely worth it! After swimming we stayed a bit further up at the lake for the night. An early start means we have big plans for the day! This time we drove into the mountains of Lassen Volcanic NP. We followed a steep trail up to the Ridge Lakes, which were frozen and had snow all around them – no one of us had ever seen such a huge amount of snow in June! The second trail led us around Lake Manzanita, an easy round compared to before. On our way to the north we stopped by Weed, just to take some photos of the nice name of this town. Shortly after that we got to Oregon – just because of the recommendations to visit the Crater Lake NP. And it was so worth it – the water lying in the tremendous crater was unbelievably blue and the view from Garfield Peak after hiking up there was simply breathtaking. We got into the clouds and rain while driving out of the National Park. The weather stayed cold and wet at the campground next to Diamond Lake, so we spend the evening inside our RV. It continued to be like that outside throughout the whole next day, so we just drove westwards through Roseburg and Reesport, only leaving the car to go grocery shopping.

It was already afternoon when we arrived at the Pacific coast. Finally. Finally we could proudly say that within 6 weeks we got from the Atlantic to the Pacific, from east to west through the whole continent of North America. From now on we had the plan to follow the coast back to the south. We spent the night near Coos Bay at the wide dunes and because again a lot of rain was coming from over the ocean, we got all comfy and cozy while watching Sherlock Holmes and eating chips. Sunday started off with jogging over the dunes (unfortunately the water was too far away) and a stormy breakfast. When we stopped for lunch at a park I got the idea to try out driving our RV by myself. Even though I don’t even have my driver license yet I was able to drive a few meters until the outlet of the park and it was easier than I thought. We stepped out every few miles during the scenic drive along the coast to walk some of the Bordman trails to the cliffs. Right before the “Welcome to California” sign there was a shop that sells cannabis legally, so we had to stop there not only for some pictures but also to check out what was even more interesting for us😉 This evening Martin was cooking some delicious Chili sin Carne or Chili con tofu at the parking lot of a casino while listening to some good old Cali songs…

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